Ein drei-Tage-Blick zu und in die NachDenkSeiten (NDS)

Die politische Plattform ist ein Leuchtturm in der deutschen Nachrichtenflutung

Selbst nach meiner kritischen Auseinandersetzung mit Corona-Inhalten am 19. November 2021 mit den NDS, ist meine Symphatie für dieses Informationsportal zur Qualität der politischen Analysen ungebrochen. NDS ist und bleibt für mich die erste Adresse, wenn nachvollziehbare Erklärungen zur aktuellen Tagespolitik gebraucht werden. Kaum ein deutsches Informationssystem bietet mehr neutrale und frei von fremd- und einflussgesteuerten Nachrichten der täglichen Überflutung, die uns mit aufgedrängten Berichten aus dem multiplen Nachrichtengestrüpp auf Glaubenslinie bringen wollen. Die etablierte Tagespresse in den Print-, Funk- und Fernsehmedien bedienen uns täglich mit allem, was wir hören, sehen und verstehen sollen.
Der aus diesen Kanälen quellende Einheitsbrei ist meist weit entfernt von den grundlegenden Wahrheiten. Letztere sollen eigenes Denken möglichst überdecken.
Der Slogan der NDS – „Für alle, die sich noch eigene Gedanken machen“ – sollte der Anreiz sein, sich kritisch mit den Alltagsnachrichten auseinanderzusetzen. Bis zu 200.000 tägliche Seitenaufrufe zu den NachDenkSeiten sprechen für sich; selbst große Medienanstalten und -häuser blicken neidvoll auf Albrecht Müllers Portal.

Man möge es mir nachsehen, wenn ich hier an dieser Stelle eine Auswahl von NDS-Beiträgen verlinke, die meinen bisherigen Bloginhalten und Meinungsbeiträgen am nächsten liegen.
Der Einfachheit halber habe ich eine Auswahl von sehr nachdenkenswerten NDS-Betrachtungen sowohl aus der Feder von Lesern als auch von der NDS-Redaktion vom 12., 13. und 14. Januar 2022 hier vorgestellt.

14. Januar 2022 um 9:00
Es begann mit dem Zerfall der Sowjetunion
Ein Artikel von Irmtraud Gutschke | Verantwortlicher: Redaktion

Das „autoritäre Regime“ in Kasachstan war dem Westen so lange genehm, wie es handzahm war. Gerade aus linksliberaler Sicht erschienen die sozialen Proteste dort legitim. Als diese zu bewaffneten Kämpfen eskalierten, rief Präsident Tokajew das Militärbündnis OVKS zu Hilfe. Dafür steht er nun vielfach in der Kritik. Dabei hat gerade der Westen im Siegesrausch des Kalten Krieges jene Entwicklungen forciert, die jetzt beklagt werden.
„Ich rufe zu einem Ende der Gewalt und zur Zurückhaltung auf“ – geradezu lächerlich wirkte der Appell von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angesichts der gefährlichen bewaffneten Auseinandersetzungen in Kasachstan. Realitätsblind auf eine für den Westen bezeichnende Weise, weil vornehmlich gegen die Macht im Land gerichtet. Ein Aufruf, den Unruhen ruhig zuzusehen, den Versuch eines Staatsstreiches hinzunehmen? Dass da ein „autoritäres Regime“ in der Kritik stand, hiesige Medienberichte versäumten kaum, darauf hinzuweisen. Dabei könnten die Proteste in der Ölarbeiterstadt Schangaösen gegen die Verdoppelung der Treibstoffpreise auch eine Warnung an die Regierenden hierzulande sein, wenn sich ein Teil der Bevölkerung die Verteuerung von Energie, Mieten und sonstigen Waren nicht mehr leisten kann.
Von Irmtraud Gutschke.

13. Januar 2022 um 9:34
Einige Überlegungen zur deutschen, insbesondere bündnisgrünen Feindbildoffensive gegen Russland
Der NachDenkSeiten-Leser Ulrich Meyer hat in der deutschen Geschichte zum Umgang mit Russland recherchiert und Interessantes gefunden. Albrecht Müller.

Albrecht Müller – Herausgeber und Seele der NDS. Vielfalt in der Berichterstattung muss erlaubt sein.

13. Januar 2022 um 17:02
Experten für was?
Gesundheitsminister Lauterbach hat als Antwort auf eine Studie, die einen Anstieg von Suizidversuchen unter Kindern im Lockdown feststellte, bezweifelt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Lockdown und psychischen Folgen geben könne. Das ist typisch für viele Corona-Politiker. Sie besitzen einen engen Blickwinkel. Sie haben keinen Sinn für die und offenbar auch keine Ahnung von den Folgen ihrer politischen Entscheidungen, nicht für die gesellschaftlichen, die psychischen zum Beispiel bei Kindern und die wirtschaftlichen zum Beispiel bei Selbstständigen in vielen Teilen unserer Wirtschaft. Engstirnigkeit – das ist seit Jahrzehnten ein Grundzug der Politik, gelegentlich unterbrochen von etwas mehr Weitsicht. Ich will an mehreren Beispielen aus der Geschichte nach 1945 zeigen, welche Folgen die beschränkte Sicht hatte und wie sie überwunden wurde bzw. werden kann. Albrecht Müller.

13. Januar 2022 um 9:07
Syrisches Krankenhaus erhielt Computertomograph: Leser der „NachDenkSeiten“ haben bei der Finanzierung kräftig mitgeholfen. Danke vielmals
Seit über 5 Jahren unterstützt die lokale Friedensgruppe „Freundschaft mit Valjevo e.V.“ in der oberbayerischen Kreisstadt Pfaffenhofen das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus. Dort herrschte an den Weihnachtsfeiertagen große Freude, wie der Verein berichtet:
Nach vielen Monaten des Wartens hat das Italienische Krankenhaus endlich wieder einen Computertomographen erhalten. Dank vieler großzügiger Spenden, nicht zuletzt von Lesern der NachDenkSeiten, konnten wir im erheblichen Umfang bei der Finanzierung mithelfen. Wie in den Vorjahren konnten wir auch wieder Geld für den Ankauf von Stoffen für die Herstellung und Verteilung von Winterkleidung an Bedürftige zur Verfügung stellen.
Ein Artikel von Bernd Duschner | Verantwortlicher: Redaktion

12. Januar 2022 um 17:03
„Ein ganzer Güterzug mit Panzern und Militärfahrzeugen fuhr heute Vormittag an unserem Haus vorbei“.
Das schreibt uns eine Leserin. Unten folgt ihre Mail. Der Vorgang erinnert an den Offenen Brief des tschechischen Oberstleutnants Marek Obrtel vom 31.3.2015, den wir 2015 veröffentlicht haben. Siehe hier (nachdenkseiten.de). Dieser Brief ist wie auch die Mail unserer Leserin ausgesprochen aktuell. Deshalb geben wir Ihnen beides zur Kenntnis. Wir verbinden das mit der Bitte, ähnliche Beobachtungen an uns weiterzugeben, am besten mit Fotos an leserbriefe@nachdenkseiten.de. Albrecht Müller.

12. Januar 2022 um 13:00
Der Fall Djokovic – ein skurriles Portrait einer geisteskranken Gesellschaft
Während tausende Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte auch hierzulande aufgrund ihres „Impfstatus“ um ihren Job bangen, beherrscht ein anderer Ungeimpfer weltweit die Schlagzeilen. Der serbische Tennisstar Novak Djokovic kämpft um seine Einreise nach Australien und die Teilnahme an den Australian Open. Ein Politikum, bei dem es um restriktive Einreisebestimmungen, absurde Pandemiemaßnahmen und eine noch absurdere Zero-Covid-Politik, aber auch um soziale Ungleichheiten, die Hybris junger Millionäre und die Macht des Kommerzspektakels Sport geht. Kafka hätte seine Freude an dieser Geschichte gehabt, die in der Außenbetrachtung wie ein skurriles Portrait einer geisteskranken Gesellschaft wirkt. Von Jens Berger.

12. Januar 2022 um 9:00
„Die Sanktionen gegen Afghanistan sind Völkermord in Zeitlupe“
Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: 4,7 Millionen Menschen in Afghanistan leiden mittlerweile an schwerer Unterernährung, davon 3,9 Millionen Kinder. 131.000 Kindern droht ohne zusätzliche Hilfe der Hungertod. Das UN-Nothilfebüro OCHA veranschlagt die Hilfskosten für Afghanistan und die Nachbarländer mit afghanischen Flüchtlingen auf 4,5 Milliarden Euro. „Die Menschen verkaufen alles, was sie haben, auch ihre Kinder, nur um etwas zum Essen zu bekommen“, beklagt Prof. Dr. Zaher Wahab. Im Gespräch mit Rüdiger Göbel fordert der Experte für die politische Geschichte Afghanistans die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und rechnet schonungslos mit 20 Jahren Afghanistan-Krieg der USA und ihrer „Koalition der Willigen“ sowie dem von ihnen eingesetzten „Marionettenregime“ in Kabul ab: „Einige wenige wurden obszön reich, die große Mehrheit verarmte. Alles war erlaubt, nichts war wichtig.“ Von Redaktion.

Anmerkung: Zu diesem Beitrag habe ich per Mail einen besonderen Hinweis von Prof. Dr. Mosshen Massarrat erhalten. Er schrieb:
„anbei erhalten Sie einen aufrüttelnden detaillierten Bericht des führenden afghanischen Historikers Prof. Dr. Zaher Wahab über das ungeheuere Leid, das Afghanistans Bevölkerung gegenwärtig über sich ergehen lassen muss. Prof. Wahab nennt nicht nur ungeschminkt die verantwortlichen internationalen und nationalen Ross und Reiter für den zutreffend beschriebenen und nachvollziehbar begründeten „Völkermord in Zeitlupe“ an der Bevölkerung Afghanistans, sondern auch realistische Auswege, um noch Schlimmeres zu verhindern.“

Mit den besten Grüßen und allen guten Wünschen für das neue Jahr 2022
Mohssen Massarrat

Abschließend für heute will ich hier auch noch auf die Rubrik „Hinweise des Tages“ aufmerksam machen.
Aus einer täglichen Übersicht (hier vom 14.01.2022) von Meldungen mit Quellenangaben ist hier ein Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen vom Tage in geraffter Form zu finden. Bei “weiterlesen” öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen.

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