Nawalny III

Der Nawalny-Hype und Nordstream 2

Dass ich mal in drei fast aufeinander folgenden Artikeln das Wasser trage, ist bisher noch nie geschehen. Dass ein russischer Oppositioneller die deutsche Politlandschaft so durcheinander wirbelt war nicht abzusehen.
Ich frage mich, was besonders in Deutschland der wahre Hintergrund für die fast tsunamiartigen Wellenberge der politischen Erregung ist. Es können eigentlich nur wirtschaftliche Interessen sein, das Werkzeug Nawalny zu instrumentalisieren. Und der hat mit Nordstream 2 nun wirklich nichts am Hut.

Das Foto aus einem früheren NDR-Beitrag zeigt noch das Verlegeschiff des Schweizer Unternehmens Allseas, das die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline aufgrund von US-Sanktionen eingestellt hat. Das russische Verlegeschiff „Akademik Tscherski“ soll den Bau der Nord-Stream-2-Pipeline vollenden; es ist mittlerweile nahe der Ostseeinsel Rügen eingetroffen. Bild: Screenshot NDR

Siegt Trump doch noch?
Einer hat was mit Nordstream 2 am Hut. Donald Trump, der uns das amerikanische Frackinggas aufzwingen will. Nachdem nun sogar die Bundeskanzlerin, von den weiteren Umfallern nicht zu reden, droht, von ihrer bisherigen Linie abzuweichen, schwebt über  Nordstream 2 das Aus.
Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Die Vergiftung des Kremlkritikers Nawalny nimmt Trump nun erneut zum Anlass, Kritik an dem Projekt zu üben. Nach dem Wunderknaben der deutschen Politik, Norbert Röttgen als Lautsprecher, hat nun auch der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Konservativen im EU-Parlament, sich mittlerweile für einen Baustopp ausgesprochen. Dass der  Bundesaußenminister Heiko Maas ins gleiche Horn bläst, ist kaum verwunderlich, aber für einen Sozialdemokraten äußerst irritierend.

Abwarten, was die deutschen und europäischen Unternehmen zum bösen Spiel sagen
Es bleibt zunächst das Abwarten, wie die deutsche und europäische Wirtschaft reagiert. Ich tippe mal vorab, dass, wenn Putin nicht spurt, das Rinnsaal auf Trumps Mühlrad zur Flutwelle anschwillt. Und schuld daran, wie kann es anders sein, ist Putin. Da kam der Fall Nawalny doch gerade recht, oder?
Mehr zu Nordstream 2 in einem früheren Blogbeitrag hier.

Glauben heißt nicht wissen!
Und so stellt sich dann auch das vielfältige Geheule ein, wo es für den Bürger fast unmöglich ist, zu diesem speziellen Thema einen Standpunkt der eigenen Meinung zu beziehen. Was tun, wenn es im Gestrüpp der Medien kaum möglich ist, den eigenen Standpunkt zu finden?
Gleich diesem Blog, der sich politisch als links progressiv bekennt, darf man auch auf die gleichgesinnten Quellen zurückgreifen, um dort gegebenenfalls ein paar grundlegende Erkenntnisse zur Meinungsbildung zu erlangen.

Gesunder Menschenverstand gefragt
Aus meiner persönlichen Sicht werden diese Quellen aktuell und personenbezogen von mindestens vier klugen Köpfen abgebildet, die mit gesundem Menschenverstand Schlimmes zu verhindern suchen.

Die Statements der vier unten nachfolgend abgebildeten Publizisten sind in den „Hinweisen des Tages“ von Albrecht Müllers „NachDenkSeiten“ (NDS) unter folgenden Links aufzurufen:

Hinweis Nr. 1   Achtung Trittbrettfahrer – Oder wem nützt ein toter Nawalny? 
Quelle: Kai Ehlers bei RUBIKON

Hinweis Nr. 2   Sanktionen im Fall Nawalny? Wagenknecht warnt vor „Heuchelei“
Quelle: NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

Hinweis Nr. 3  “Typische Zeichen einer Feindbildwahrnehmung” – Hannes Hofbauer zur Nawalny-Medienberichterstattung
Quelle: RT Deutsch

Hinweis Nr. 4  Pharisäer und US-Marionetten
Quelle: Oskar Lafontaine auf facebook

Mehr zu den Hinweisen unter Nr. 1 bis Nr. 4 finden Sie jeweils unter dem Links der NDS-Artikel bei den Quellenangaben.

Kai Ehlers, selbstständiger Publizist, Forscher und Buchautor. Schwerpunkt: Entwicklungen in den Staaten des früheren sowjetischen Einflussbereichs und deren lokale wie globale Folgen.Mehr unter www.kai-ehlers.de. Foto: RUBIKON

Dr. Sahra Wagenknecht, Die Linke. Die Bekanntheit der Person erübrigt eine weitere Beschreibung der promovierten Volkswirtin mit links-progressiven Vorstellungen und Überzeugungen. Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Hannes Hofbauer, österreichischer Autor, Journalist und Verleger. Seit 1988 arbeitet er zur sozialen, politischen und ökonomischen Lage in Osteuropa. Seit Mitte der 1990er Jahre leitet er den Promedia Verlag in Wien. Foto: Hannes Hofbauer

Oskar Lafontaine, Die Linke. Kaum ein Deutscher wird fragen, wer ist das? Wäre Oskar Kanzler geworden, hätte Deutschland heute ein anderes Gesicht; sozialer, gerechter und friedfertiger. Bild: Saarländischer Landtag/Axel Griesch

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