Der russische Angriffskrieg kam nicht über Nacht

STRATFOR – über weltweite Geopolitik der USA und speziell in Europa

Putin der Kriegsverbrecher, Putin der Mörder, Putin der Dämon, alle diese Bezeichnungen mögen angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihre Berechtigung besitzen, sofern alle vorhergegangenen Kriege unserer Zeit durch US-Amerikaner, Briten, Franzosen und weiterer europäischer Kriegswilliger nicht von solchen Anwürfen ausgenommen werden.
Diese Vorbeschreibung ist nur eine Einleitung zu dem weiteren Verlaufs im Blog, der vielleicht auch hartnäckige Zeitgenossen zu abweichendem Nachdenken anregt.

Zu STRATFOR sollte man wissen:
US-Hauptziel war es immer, Bündnis Deutschland + Russland zu verhindern
Bereits am 3. Februar 2015 hat der Gründer und Direktor der weltweit führenden privaten US-Denkfabrik auf dem Gebiet Geopolitik STRATFOR (Abk. Strategic Forecasting), George Friedman, die Ziele weltweiter Geopolitik der USA und speziell in Europa verkündet.
Zitat: „Das primäre Interesse der USA, wofür wir seit einem Jahrhundert die Kriege führen – Erster und Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg – waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es immer, sicherzustellen, dass das nicht eintritt.“ Quelle The Chicago Council on Global Affairs.

Weiter: Für die Vereinigten Staaten ist die größte Urangst, dass russisches Kapital, russische Technologien (Versprecher), ich meine, deutsches Kapital und deutsche Technologien und die russischen Rohstoffe und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit Jahrhunderten unheimlich die Angst einjagt. Also wie kann man das erreichen, dass diese (deutsch-russische) Kombination verhindert wird. Die USA haben ihre Karten offen auf den Tisch offengelegt: das ist die Linie zwischen dem Baltikum und Schwarzen Meer.

Die von den NachDenkSeiten veröffentlichte Diskussion bei „The Chicago Council on Global Affairs“ im Jahre 2015 ist wegweisend für die machtbesessenen strategischen Ziele der USA.

George Friedmann (2017)
Foto: SørenKierkegaard, Wikipedia

Sehen und hören Sie hier das Youtube-Video (knapp 15 Minuten lang) mit unterlegter wortgenauer deutscher Übersetzung.

George Friedmanns US-amerikanische Träume und gleichzeitig Ängste sollten das Bewusstsein europäischer und besonders deutscher Bürgerinnen und Bürger stärken, möglichst nicht der täglichen vereinigten und gleichgeschalteten Nachrichtenflut zu vertrauen, sondern selbst Erkenntnisse gewinnen, die weniger populär aber Fremdstrategien offen legen.

Die Ukraine wäre weniger der Auslöser vollkommen konfuser Kriegsrethorik, wenn dieses Land nicht in unmittelbarer bis mittelbarer Nähe Mitteleuropas läge.
Wie bereits mehrfach in diesem Blog die Frage gestellt worden ist, wie es zu diesem Ereignis in einem angeblich kulturell hochstehendem Teil der Erde kommen konnte, hat scheinbar alle Blicke auf Russland fokussiert. Die Guten blieben außerhalb des Blickfeldes und des Gedächtnisses.

Mehr zum Thema und die Tatsache, dass der russische Angriffskrieg nicht über Nacht und aus dem dunklem Himmel über Europa gekommen ist – Siehe hier!

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3 Antworten zu Der russische Angriffskrieg kam nicht über Nacht

  1. Pingback: Stellvertreterkrieg! Nur so muss man es nennen. | Von links gedacht

  2. Peter Trauden sagt:

    Was George Friedman da referiert, ist nichts Neues. Und eiskaltes, an Interessen orientiertes politisches Kalkulieren ist das Wesen solcher Think Tanks. Bleibt zu eruieren, wieviel davon in politisches Handeln einfließt. In Kenntnis solcher Überlegungen bleibt am Ende immer die Frage, wohin man tendiert.
    Wir monieren immer wieder (zu Recht!) die Einflussnahmen der jeweiligen amerikanischen Regierungen gegenüber allen möglichen Ländern, mit der sie ihre Vormachtstellung in der Welt zu zementieren beabsichtigt. Dazu kann man stehen, wie man will.
    Überträgt man solche Bestrebungen jedoch mal nach Russland, stellt man in Denkweise und Methodik nur marginale Unterschiede fest. Auch hier schlägt man den Schädel ein, dessen Eigentümer nicht Bruder sein will. Auch hier hier heiligt der erstrebte „Einfluss“ alle Mittel. Gelogen wird aller Orten.
    Also nochmal die Frage: Wohin tendieren wir als Deutsche?
    Dass wir im westlichen Bündnis eigentlich ganz gut bisher gelebt haben scheint mir unbestritten. Gut abzulesen nach dem Beitritt der neuen Länder , deren Bürger bis dahin auch „Deutsche Demokraten“ waren. Unter dem „Schutz“ der Sowjets.
    Aber wir wissen doch alle, was das für eine Demokratie war. Gängelung, Planwirtschaft, Schießbefehl, Wahlfälschungen , politische Willkür und vieles mehr, was in einer einigermaßen funktionierenden Demokratie nichts zu suchen hat. Kurz: das war nix.
    Und jetzt wird um Verständnis für ein System – eigentlich nur für einen Menschen – geworben, der in der Nachfolge der untergegangenen Sowjetunion diese wieder mit anderen Vorzeichen auferstehen lassen will – in einer lupenreinen Diktatur mit den oben beschriebenen Mitteln.
    Das ist der Unterschied. Dagegen wehrt sich die Ukraine mit vollstem Recht. Sicher, sie hat noch ihren Weg zu gehen, bevor sie da ankommt, wo wir schon sind. Aber sie können schon frei wählen, sie können frei ihre Meinungen äußern, das ist schon ein gutes Stück mehr als das, was Putin seinen Russen erlaubt. Und weil weder die Ukrainer und schon gar kein im westlichen Bündnis lebender Mensch so leben möchte wie die paralysierte Bevölkerung in Putins Reich, muss der Kampf der Ukrainer unsere Unterstützung erfahren. Bei allen beschriebenen Mängeln der Regierenden.
    Es ist ganz einfach: unter diesem Präsidenten würde ich auf keinen Fall kein Russe sein wollen. Das gilt umso mehr, wenn man – wie die Ukrainer – gar kein Russe ist.

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